Wunderkarte: Pfad- und Wegelager
Willkommen
Zelte aufschlagen: mein Rechner auf deinem Tisch, im geborgten Pullover aus deiner Tasse trinken. Die Zeit mit Arbeit füllen und mit den gewohnten kleinen Botschaften an dich. Umgeben sein von deinen Dingen.
Dann färbt sich die Stunde mit Erwartung. Kaffee machen in zwei Tassen, Zucker auf den Tisch, zwei Teller für den Kuchen, den du gestern gebacken hast. Die Fenster öffne ich schon mal, da dreht sich dein Schlüssel im Schloß, und du kehrst heim, in dein Haus, in mein Zelt, in den Raum, wo Dein noch nicht endet und Mein schon beginnt.
24. November 2013, 11:03 ° danach
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Traumwandlung
Geweckt habe dich ein Kuß zwischen die Schulterblätter, ein Atemzug im Nacken. Im Halbschlaf habest du eine Hand, eine zielstrebige, gespürt; blind über deine Flanken sei sie gewandert, im Finstern über deinen Rücken geglitten, und habe auch sonst, was sie wollte, gewußt.
Ich kann das verstehen. Oh, das hätte ich mit dir gemacht, jederzeit.
Daß ich das aber gewesen sein (nicht nur ein-, nein, dreimal) und daß ich am Morgen so gar nichts davon wissen soll -- das wäre mir nicht eingefallen.
Ich kenne dich, scheint's, im Schlaf.
21. November 2013, 20:43 ° eingenordet
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Vorbereitung
Mit flattrigen Fingern alles Verdrießliche aus dem Grün gezupft. Süßes und Würziges ausgewogen. Die Früchte in Packpapier, daß es knistert, gepackt. Flickzeug fürs Flickwerk; die Bücher; Hunger nicht zu wenig.
Eins muß warten, eins reisen. Legen wir die Nacht, wie sie uns paßt.
19. November 2013, 15:36 ° davor
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Waldweg durchs Bachtal.
Küß ihn, wispert der Bach. Du nimmst meine Hände unter deine Jacke, unter deinen Pullover und dein Hemd; sie sind kalt, meine Hände, auf deiner warmen Haut, aber du lächelst. Nach Luft schnappst du erst, als ich sie höher wandern lasse. Küß ihn, wispert der Bach, und meine Lippen sind auf deinen, bis meine Hände gar nicht mehr so kalt sind; deine Augen werden zarte Striche und dein Mund ein Ah oder ein Oh. Ein Plätzchen wär hier doch, murmelt der Bach. Aber es ist Herbst und naß und außerdem vom Weg zu sehen ... Spießer, schäumt der Bach. Du hast den Kopf in den Nacken gelegt und ich die Nase an deinen Hals; macht doch, was ihr wollt, Langweiler, gluckst er, und ich küsse dich, und noch einmal.
Dann verschränken sich meine Hände hinter deinem Rücken, das ist schwierig, und beide seufzen wir, sammeln uns und verlassen den Bach und was er so schwatzt. Bald, nicken wir einander zu. Bald.
17. November 2013, 21:05 ° gegangen
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