Wunderkarte: Pfad- und Wegelager
blogger   heim   ich   das   suchen   subskribieren        
betrachtet   danach   davor   eingenordet   entfernt   erwünscht   gegangen   gemerkt   gerastet   gestolpert   vergangen  


 
 
 
Ein Tag Schlaf
Mir zerbricht ja alles unter den Händen, denke ich, und hinter meiner Stirn quengelt es, daß ich mir die Ohren zuhalten möchte. Alle meine Worte sind vergiftet. Was ich anspreche, welkt und wird braun und häßlich, und ich sehe es genau: noch fünf Sätze, noch zwei, noch einer, und ich habe zuschanden geredet, was mich mit dir verbindet, und dann merkst du, daß das alles ein bedauerlicher Irrtum war.

Kein Wort mehr!, das ist das einzige, was uns, was mich jetzt noch retten kann. Mich gibt es nicht! Denk nicht an mich. Es geht um alles.

Ein Tag Schlaf, und dann tut es mir leid.
 
 
3. Mai 2018, 15:22                               ° gestolpert

... anzeigen   ... kommentieren (0 Kommentare)


 
 
 
angesteckt
In der vergangenen Nacht hat sich eine Traurigkeit an mich gehängt, die sich nicht abschütteln läßt; die folgt mir auf allen Wegen des Tages und wirft einen Schatten über alles, was ich betrachte.

Ich fürchte, die hat einen Zwilling, und der hängt an dir.
 
 
24. April 2018, 17:14                               ° gestolpert

... anzeigen   ... kommentieren (0 Kommentare)


 
 
 
Zeichen
(Und wie, wenn ich aus dem Bad komme, meine in der Hast auf dem Boden mit deinen verwickelten Kleider auf dem Bett liegen, glatt ausgebreitet, sorgsam angeordnet, als wären sie neu und kostbar, dann mischt sich in das Bedauern, sie wieder anziehen zu müssen, eine kleine Wärme.)
 
 
18. April 2018, 09:10                               ° gemerkt

... anzeigen   ... kommentieren (1 Kommentar)


 
 
 
Beim Licht der Lampe an deinem Bett
bin ich, während du den Tag beendest, eingeschlafen. Halb erwache ich, als du dich leise entkleidest. Ich sehe deinen Rücken, sehe Stoff zu Boden fallen und, zwischen Hosenbund und unterem Saum des Hemdes, deinen Bauch, weiß und ungeschützt, die zarte Spur Flaums darüber, und als du die Hose ablegst, als du, ehe du die Lampe löschst, nackt im Lichtschein stehst, bin ich hellwach.
 
 
18. April 2018, 09:00                               ° danach

... anzeigen   ... kommentieren (0 Kommentare)


 
 
 
Von der Flanke eines Berges aus betrachtet
Der Weg klebt an den Schuhen. Die Büsche sind noch kahl, aber schon voller Vögel. Das Land hat nicht viel Liebliches, so grau und braun, und ich stapfe hinter dir her und sehe deinen Rücken, und wie du einen Tritt nach dem anderen findest; ich muß auf gar nichts achten, muß nur hinter dir gehen, die gleichen Tritte nehmen, und kann die Gedanken ihre eigenen Reisen machen lassen.

Hier, denke ich. So: mit Schlamm unter den Sohlen, verschwitzt und schweigend einem Weg folgend, der nirgends hin führt und nur da ist, mir zu gefallen. So kann ich atmen, das ist mir gemäß.

Komm, sagst du, da oben ist ein Aussichtspunkt, da laß uns rasten.
 
 
18. März 2018, 18:13                               ° gegangen

... anzeigen   ... kommentieren (0 Kommentare)


... ältere Texte