Wunderkarte: Pfad- und Wegelager
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angeschlagen
Vielleicht ist es immer so: daß das Herz nicht weiß, wann es stehenzubleiben hat auf abschüssigem Grund. Daß es, einmal losgelassen, blindlings um sich schlägt.

Meines macht gerade vor nichts halt. Ich warte auf den Aufschlag.
 
 
11. November 2013, 17:57                               ° sub rosa

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Wer du bist
Manchmal steigen mir die Tränen in die Augen (noch etwas, das nur du kannst: mir Tränen schenken), weil ich so wenig weiß, weil ich dieses Kostbare, Außerordentliche in den Händen halte, das ich nicht begreife und doch halten will, mit allen Mitteln, und nicht einmal weiß, ob meine Mittel reichen.

Als könnte mir deine Seele davonfliegen, ein Vogel, den ich nicht mit festem Griff verletzen will, und eine ganze Welt mit sich nehmen. Die Ganzheit der Welt.
 
 
10. Oktober 2013, 11:54                               ° sub rosa

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unter der Sonne
So vieles, was ich mir selbst kaum eingestehe. So wenig, was ich weiß.

Manchmal bekomme ich's mit der Angst: du hast das ja alles schon erlebt, du kennst die Gefühle, die Geschichten und ihre Enden. Die unvermeidlichen, die leichtsinnigen, die losen.

Vielleicht ist unsere Geschichte schon enthalten in denen, die du kennst; vielleicht ist längst geschehen, was mit uns passiert? Vielleicht mußt du nur genug in deiner Erinnerung wühlen und hast sie in der Hand, unsere Geschichte, vom Anfang bis zum Schluß --

Es fühlt sich anders an. Aber was weiß ich schon?
 
 
1. September 2013, 19:51                               ° sub rosa

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Liebe
Daß du den Mut hast, den unglaublichen, bodenlosen Mut, von Zeit zu sprechen. Von Zukunft. Daß du sie zu denken und ihr Worte zu geben wagst.

Daß du allem, was Schicksal heißt, deinen Trotz entgegensetzt.

Daß du gehen willst, obwohl du nicht weißt, wie das Ziel aussieht: darum komme ich mit auf den Weg.
 
 
21. August 2013, 22:34                               ° sub rosa

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Die Rechte und die Linke.
Der Gefährte und ich: einander herzlich zugetan; in aller Verschiedenheit zusammengewachsen. Verständnis und Rücksicht und Verläßlichkeit. Wir können das, mit einander leben, und sehr gut.

Dann aber: du; unausweichlich kennen- und tiefer kennengelernt und festgestellt, wir sind ja schon verwachsen. Wir sprechen eine Sprache. Die Freude, der Schrecken: mein Gegenstück; kein Zweifel.

Und auch du mit einer Gefährtin, die dich liebt.

Nun lebe ich mit zwei Herzen. Nicht mit zwei halben, mit zwei ganzen; und ich frage mich, wie das überhaupt möglich ist. Und ob zwei Herzen nicht leichter brechen? und doppelt schmerzen?
 
 
13. August 2013, 10:25                               ° sub rosa

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Nun bist du unterwegs mit deiner Gefährtin. Ich wünsche euch guten Weg.

Sei, wo du bist, ganz; sei froh und offen. Laß die Erinnerungen daheim und, Lieber, denk nicht an mich, denn jetzt lebst du ein anderes Leben.

Gönne dir deine Freude, und ihr gönne sie, daß eure Zeit euch beiden gute Erinnerungen trägt. Sie liebt dich sehr, und das kann ich sehr gut verstehen.
 
 
11. August 2013, 17:33                               ° sub rosa

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Gefunden
Damals in der Schulbibliothek habe ich dir nie ein Buch vor der Nase weg ausgeliehen. Im Urlaub in Frankreich haben wir uns nicht von unseren Familien entfernt, nicht miteinander am Bachrand gesessen. Jedes hat ganz für sich Bäume gepflanzt; kein plötzliches Erkennen im Schulkonzert, keines im Lachen, wo sonst niemand den Witz sah. Und, oh, keine Hand gegen den Kummer.

Wir sind uns über keinen Waldweg gelaufen; keine Wasserstraße hat uns zusammengeführt. Ach, und was hast du gefehlt, als mir alle Geschichten vertrocknet waren außer den schlimmen.

All das Versäumte hat das Schicksal jetzt erst korrigiert.

Endlich.

Und jetzt, Lieber, jetzt ist es an uns.
 
 
3. August 2013, 20:40                               ° sub rosa

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Begehren
Das war mir fremd. Nicht völlig; ich hatte ja schon gemocht, mir hatte gefallen, ich hatte Spaß gehabt. Aber einen so ganz und gar wollen, daß es schmerzt, kein Verzögern möglich, ihn fassen und schmecken und haben wollen, ganz Fühlen sein und nicht mehr denken, das hatte mir nicht gelegen. Ich konnte mich nicht rückhaltlos ins Wollen stürzen, alle Vorsicht fallen lassen. Dafür schien ich mir viel zu zurückhaltend.

Das hast nun du mit mir gemacht: du zeigst mir unmißverständlich, was ich will. Meine Wünsche machen dich atemlos, meine Lust läßt dich aufschluchzen. Und mehr: du kommst mir entgegen in allem, und wir treffen uns genau, ganz und vollkommen in der Mitte.

Am Ende gehen wir, beide, verschwendet, erlöst, beschenkt. Verwundert: daß es das gibt. Wie wir leben konnten ohne einander.
 
 
31. Juli 2013, 00:26                               ° sub rosa

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